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Recap zur Seitenzauber Buchmesse am 2. Mai 2026

Mein Recap zur 2. Seitenzauber Buchmesse 2026 – oder: Wie klein sind eigentlich 120 × 75 cm?

Mein Recap zur Seitenzauber Buchmesse 2026: Bücherkisten, Standchaos, schöne Begegnungen und natürlich die Frage, die nach so einer Messe immer im Raum steht: Hat es sich gelohnt? Ich war auch dieses Jahr wieder mit eigenem Stand dabei und nehme euch in meinem Rückblick mit nach Ingolstadt: zu Tischflächen, vergessenen Buchaufstellern, Verkaufserkenntnissen und der Frage, warum ich mich trotz allem schon für die Seitenzauber 2027 vorangemeldet habe.

Lange stand im Raum, ob der Mann mitkommen kann oder nicht. Am Ende kam er mit, was sich beim Kistenschleppen als sehr gute Entscheidung erwies, beim Fotografieren nur bedingt, und auf die Verkaufszahlen hatte es – kleiner Spoiler – leider nicht den erhofften Erfolg. Die Kinder wurden währenddessen auf die Großeltern verteilt. Ob das für alle Beteiligten die beste Lösung war, lasse ich mal diplomatisch offen, aber wenigstens fühlte ich mich besser vorbereitet als bei meinen bisherigen Messen.

Immerhin war es schon meine vierte Buchmesse als Ausstellerin – nach Erfurt, Regensburg und Ingolstadt im vergangenen Jahr. Diesmal hatte ich gleich zwei neue Bücher im Gepäck, was viele neue Leseproben bedeutete, neue Sticker und sogar ein neues Wägelchen für den Kistentransport. Man könnte also meinen: Jetzt läuft das alles routiniert. 

Aber weit gefehlt …

120 × 75cm sind weniger, als man denkt

Mein Standplatz hatte eine Tischgröße von 120 × 75cm.

Das wusste ich vorher. Ich hatte diesen Tisch ja selbst bestellt und bezahlt. Niemand hat mich heimlich an einen Puppenhaushalt-Tisch gesetzt und dann hämisch die Hände gerieben. Ich hatte die Maße gelesen, vermutlich sogar mehrfach, und entschieden, dass das reichen muss. Da passen Bücher drauf, Leseproben, Sticker, ein bisschen Deko und natürlich die Schale mit Süßigkeiten für die Kleinen.

In meinem Kopf war dieser Tisch großzügig, aber in der Realität war er nach ungefähr drei Griffen in die Bücherkisten voll.

Ich stand also davor, während Melisande neben mir schon eifrig (und definitiv talentierter) ihren genauso großen kleinen Tisch schmückte, und hatte die Erkenntnis: Entweder sind 120 × 75cm doch eher klein oder meine Bibliografie ist seit der letzten Messe stärker gewachsen, als mir bewusst war. Was eigentlich auch absurd ist, denn es waren nur zwei neue Bücher dabei. Außerdem hatte ich sogar eine Anthologie von vornherein daheim gelassen, weil sie bei den letzten Messen ohnehin kein Interesse geweckt hatte.

Die Schale mit den Süßigkeiten musste jedenfalls weichen.
Tut mir leid, Kinder. Es lag nicht an euch, sondern an der Tischfläche.

Natürlich hatte ich auch eine Checkliste, immerhin habe ich sie mir nach den ersten Messeauftritten erstellt und sie für jedermann auf meinen Blog verfügbar gemacht. Natürlich hatte ich sie benutzt. Selbstverständlich habe ich trotzdem etwas vergessen. In diesem Jahr waren es die weißen Marker und die Buchaufsteller. Also ausgerechnet diese kleinen Dinger, die dafür sorgen, dass Bücher nicht einfach flach auf dem Tisch liegen und aussehen lassen, als hätten sie schon aufgeben, irgendwelche Herzen zu erwärmen. Ich muss nicht dazu sagen, dass ich zwar neue QR-Codes für meine E-Book-Varianten erstellt habe, aber die Preisschilder für Rückwärts nach vorn und Vom Fels zum Fass nicht daheim vorbereitet habe? Ja, muss ich nicht? Ja?!

Gut. Zum Glück hatte Melisande direkt neben mir den Stand. Dieses Jahr nicht nur als moralische Unterstützung und Verkaufs-Rettungskraft, sondern mit eigenem Stand und den ersten zwei richtigen Büchern (also etwas anderes als Kinderbuch). Und weil sie offenbar besser auf die Messe vorbereitet war als ich, konnte sie mir wenigstens zwei Buchaufsteller und ihren Stift leihen.

Ich denke trotzdem, dass ich ein Follow-up für meinen Messetipp-Blogpost beizeiten machen muss (Spoiler: Marker, Buchaufsteller, Klebeband in Tischdeckenfarbe und doppelseitiges Klebeband).

Hinter uns stand außerdem Matilda Best, sodass sich die Ecke gleich vertraut anfühlte. Obwohl ich eigentlich auch eher Menschenmassen meide – ich verzichte darauf, euch jetzt zu erzählen, dass ich ja sooooo schrecklich introvertiert bin –, ist das tatsächlich ein Punkt, den ich an solchen Messen mag: Man trifft Menschen wieder, die man sonst vor allem online sieht. Namen, Profilbilder, Bücher, Beiträge und plötzlich stehen sie da wirklich.

Schönster Stand? Ich war früh raus

Den Wettbewerb für den schönsten Stand hatte ich übrigens schon vor dem eigentlichen Messetag innerlich abgehakt. Nicht aus falscher Bescheidenheit, sondern aus realistischer Selbsteinschätzung. Ich verstehe natürlich, warum es so einen Wettbewerb gibt: Für Aussteller:innen ist es ein Anreiz, sich Mühe zu geben, und immerhin gab es Vergünstigungen fürs kommende Jahr zu gewinnen. Trotzdem hat das für mich persönlich immer ein kleines Geschmäckle nach „Optik ist alles“ und davon habe ich durch Social Media ehrlich gesagt inzwischen mehr als genug.

Oder, realistischere Erklärung: Ich kann mit Klimbim einfach nicht besonders viel anfangen. Vielleicht bin ich auch talentfrei beim Dekorieren. Das höchste der Gefühle sind bei mir LED-Lichterketten und meine Mini-Alpakas. Mein Stand war eben funktional und wenn wir es beschönigt ausdrücken wollen: Er hatte Charakter. 

Leider konnte ich Melisande nicht überreden, meinen Efeu, den ich noch nie bei einem Stand verwendet habe, ein neues Zuhause zu geben. Dabei passt er echt super zu ihrem neusten Buch Seelenband wider Willen. Braucht jemand einen Plastik-Efeu?

Die Sticker waren die heimlichen Stars

Was tatsächlich richtig gut angekommen ist, waren die Sticker.

Ich hatte für den Troll verschiedene Cocktailsticker Troll dabei, für Rückwärts nach vorn die Katze und die Ziege (den Bus auch, aber ich hatte ein Platzproblem) und natürlich das Alpaka für Alpaka 66. Grundsätzlich mag ich solche kleinen Extras am Stand sehr, weil sie ein schöner Aufhänger sind. Man kommt leichter ins Gespräch, ohne direkt mit dem Buch wedeln. Ein Sticker ist da viel entspannter.
Er sagt nicht: „Hier, lies bitte 400 Seiten über einen Typen, der ein Alpaka zurück auf seinen Heimathof führen möchte.“, sondern eher: „Schau mal. Alpaka.“

Gleichzeitig bin ich bei solchen Giveaways immer ein bisschen zwiegespalten. Natürlich liegen die Sticker da, damit sie mitgenommen werden. Das ist ja der Sinn der Sache. Trotzdem gab es auch immer wieder Leute, die einfach wortlos zugegriffen haben, ohne Blickkontakt, ohne Nachfrage und ohne irgendeine Reaktion auf den Stand oder die Bücher (auf mich muss ja nicht einmal sein).

Und ja, das ist jetzt kein Drama mit drei Akten. Aber ich merke dann schon, dass ich innerlich kurz hängen bleibe, weil ich nicht genau weiß, wie ich das finden soll. Einerseits: Dafür sind die Dinger da. Andererseits: Ein kleines „Darf ich?“ oder „Danke“ wäre schon nett, weil auf der anderen Seite des Standes eben jemand steht, der sich Gedanken gemacht, die Sachen bezahlt und den Stand aufgebaut hat.

Vielleicht ist das auch wieder so ein Messeding, an das ich mich gewöhnen muss. Für manche Besucher:innen sind Giveaways einfach freie Mitnahmeartikel, während sie für mich als Gesprächsöffner gedacht sind – da bin ich wieder beim „introvertiert“ oder wie man das nennen mag. Wenn das Gespräch komplett ausfällt, ist das irgendwie ein seltsames Gefühl.

Die meisten Reaktionen waren aber wirklich schön. Gerade das Alpaka, die Ziege und die Katze haben natürlich funktioniert, auch wenn die neuen Sticker etwas groß geraten sind. Vielleicht brauche ich ja doch ein Maßband 😉

Schöne Gespräche, liebe Menschen und trotzdem überfordert

Die Messe selbst war schön. Ich hatte viele nette Gespräche und habe liebe Leute getroffen – unter anderem Franzy und Samira. Ich hoffe natürlich sehr, dass die beiden inzwischen mein Buch lesen 😉

Solche Begegnungen sind für mich tatsächlich ein großer Grund, überhaupt auf Messen zu fahren. Natürlich geht es auch um Verkäufe. Wäre gelogen, wenn ich etwas anderes behaupten würde und irgendwie muss man dem Finanzamt ja zeigen, dass man es ernst meint. Aber es geht eben auch darum, sichtbar zu sein, bekannte Gesichter wiederzutreffen und Menschen kennenzulernen, die sich für Bücher interessieren, auch wenn am Ende nicht jedes Gespräch direkt in einem Kauf mündet.

Trotzdem merke ich jedes Mal wieder: Mir fehlt Routine. Ich komme mir ziemlich oft lost vor. Andere wirken, als hätten sie irgendwo einen geheimen Messe-Modus freigeschaltet: ansprechen, erklären, verkaufen, signieren, kassieren, Smalltalk. Bei mir ist es eher: Ich stehe da, versuche zu lächeln und denke: Ich habe Bücher geschrieben. Reicht das als Information?

Leider nicht.

Melisande hat jedenfalls mehr als einmal versucht zu retten, was zu retten ist. Dafür bin ich dankbar. Wirklich. Aber ich und verkaufen? Schwierig. Ich kann über meine Bücher reden, wenn jemand fragt, zumindest bei manchen Fragen.

Aber dieses aktive Verkaufen? Dieses „Komm näher, ich erzähle dir jetzt überzeugend, warum du genau dieses Buch brauchst“?

Da ist noch Luft nach oben.

Verkäufe: Schön war’s, aber besser hätte es laufen dürfen

Die Verkäufe hätten letztlich besser sein können. Und ja, mein fehlendes Verkaufstalent hat daran vermutlich seinen Anteil. Aber ich habe im Nachgang von mehreren Autor:innen gelesen, dass es ihnen ähnlich ging.

Mein Eindruck: Es waren einfach sehr viele Aussteller. Gleichzeitig gab es zwar viele Besucher:innen – über 1000 Tickets im Vorverkauf sind ja wirklich eine Hausnummer. Aber die Auswahl war riesig und ich glaube, viele Menschen schauen in der aktuellen Zeit genauer hin, wofür sie Geld ausgeben. Absolut verständlich. Bücher sind wunderbar, aber leider kein Grundnahrungsmittel.

Wen es interessiert: Rückwärts nach vorn war mein Bestseller, mit deutlichem Abstand kam dann der Troll, dicht gefolgt von Alpaka 66.

Das GLYN-Dilemma

Kein GLYN? Ja, richtig gelesen.

Und genau das ist für mich der Punkt, der am meisten nach der Messe schmerzt. Ja, ich sitze jetzt nicht in einer dunklen Ecke und flüstere „Warum wollt ihr meine Feen nicht?“ in meine Kaffeetasse, aber schade finde ich es schon. Immerhin ist GLYN mein größtes Universum und das sind eben die Bücher, in die ich am meisten investiert habe (von allen).

Dennoch merke ich es am Stand immer wieder: Ich bekomme GLYN nicht gut genug erklärt.

Bei Alpaka 66 ist es einfach. Da steht ein Alpaka in der Dusche und der Duschenbesitzer will es wieder loswerden. Fertig. Mehr muss man für den Einstieg eigentlich nicht wissen – ein perfekter Hook? Zumindest ein ziemlich guter.

Bei Rückwärts nach vorn kann ich mit Katze und Ziege winken, was offenbar auch funktioniert. Auch der Troll zieht offline deutlich besser als online.

Aber GLYN?

Da kommt schnell die Frage: „Was ist denn da der erste Band?“, immerhin prangt auf Scherben und Weglicht eine dezente 1. Leider kann ich nicht einfach auf den Backstein Silberstaub und Feuerklinge zeigen und „Das hier.“ antworten, sondern setze automatisch zu einem: „Also chronologisch gesehen … aber eigentlich … wobei … und dann gibt es noch …“

Genau da verliere ich die Leute vermutlich. Auf einer Messe möchte niemand erst einmal die Architektur meines Urban-Fantasy-Universums entschlüsseln, nur um herauszufinden, welches Buch man theoretisch zuerst lesen könnte.

Dabei wäre die kurze Antwort vermutlich gar nicht so kompliziert:

Wenn du große Urban Fantasy mit Feen, Magie und Intrigen willst: Fang mit Silberstaub und Feuerklinge an.

Wenn du lieber einen Fantasykrimi mit Mordfall, Insel und einem Ex-Polizisten willst, der sich in magische Dinge hineinlügt: Fang mit Scherben und Weglicht an.

Das klingtverdächtig einfach nach Zielgruppenansprache und dann erinnere ich mich wieder an die 1 (und 2) auf den Cover: Scherben und Weglicht ist ja kein Einzelband, sondern eine Dilogie. Also stehe ich wieder da und denke: Gut, super. Ich habe das Problem nicht gelöst, ich habe es nur zu einem anderen gemacht.

Denn Scherben ist als Einstieg zwar schneller greifbar, aber sobald das Wort Dilogie fällt, sind viele sofort raus. Was, wenn die Geschichte nicht gefällt? Dann hat man vielleicht zwei Bücher daheim liegen, die man nicht lesen will. Und bei 16 Euro pro Buch denkt man zweimal darüber nach.

Genau das ist mein GLYN-Dilemma am Stand: Es gibt einfach keinen Einstieg, der sich so glatt verkaufen lässt wie „Da steht plötzlich ein Alpaka in der Dusche.“

Falls jemand von euch eine gute Idee hat, wie man ein verzweigtes Urban-Fantasy-Universum mit verschiedenen Ausprägungen (Krimi vs. leichte Romantasy) am Messestand in drei Sätzen erklärt, ohne dass mein Gegenüber langsam diesen höflichen „Aha, interessant“-Blick bekommt: Ich nehme Vorschläge sehr gern entgegen. Zumindest die Leseproben wurden öfter mitgenommen.

Apropos Backstein …

Für die Käufer:innen gab es auch einen Wettbewerb: Wer hat den schwersten Einkauf? Leider hat niemand mein Argument mit 1,6 kg geballtem GLYN ausreichend überzeugend gefunden. Dabei finde ich, dass ein Universum, das gleichzeitig gelesen und als kleines Fitnessgerät verwendet werden kann, deutlich mehr Würdigung verdient hätte. Aber gut. Man kann nicht alles haben, nicht einmal mit schwergewichtigen Feen 😉

Fotos, oder: Warum der Mann wirklich mitmusste

Ein weiterer Grund, warum es ganz praktisch war, den Mann dabeizuhaben: die fotografische Dokumentation des Messetages.

Das Learning der letzten Messe war nämlich, dass man erstaunlich wenig zum Fotografieren kommt, wenn man gleichzeitig am Stand steht. In der Theorie denkt man sich, dass man zwischendurch ein paar Fotos macht, praktisch ist der Tag schneller vorbei als man ‚FOTO‘ sagen kann und man hat drei verwackelte Fotos von der Tischkante und eines vom eigenen Kaffee.

Diesmal war also der Plan: Der Mann kommt mit und macht Fotos.

Das hat auch tatsächlich funktioniert, zumindest besser, als wenn ich es selbst versucht hätte, allerdings auch immer noch nicht optimal – und das ist der Grund, wieso dieser Blogpost relativ lang auf sich warten ließ. So gibt es immerhin ein paar Eindrücke vom Stand, von der Messe und von mir hinter meinen Büchern, aber jedes Bild ungefähr viermal und jedes Mal ist was anderes darauf doof. Bis man das gesichtet hat … 

… und aus diesem Grund lest ihr eben diesen Platzhalter. Mittlerweile ist Juni und ich weiß nicht, ob ich die Zeit und Muse finde, die Bilder endlich zu sichten 😉

Und nächstes Jahr?

Trotz der ernüchternden Verkaufszahlen habe ich mich für die nächste Seitenzauber zumindest einmal vorangemeldet. Sie soll am 29.05.2027 stattfinden.

Vom Fahren her ist Ingolstadt für mich einfach ideal. Andere Messen wie die LibeRatisbona wären zwar ähnlich gut erreichbar, aber zwei Tage Messe sind mit Familie noch einmal eine ganz andere Nummer. Da muss man nicht nur Bücher, Sticker und Aufsteller organisieren, sondern ein komplettes Betreuungskonzept. 

Jetzt heißt es also warten, ob ich wieder dabei sein darf. Und falls ja: Ich bringe Buchaufsteller mit. Vielleicht. Also, sie kommen jedenfalls prominent auf die Checkliste.

Viele Grüße

unterschrift catrina weiss
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Wer schreibt hier?

Ich bin Catrina Seiler, Autorin und Bloggerin. Hier schreibe ich über Bücher, Lesen, Schreiben und natürlich auch über meine eigenen Geschichten.

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Autorin & Bloggerin über Bücher und den ganzen Zirkus drumherum: Lesen, Schreiben, Buchmarketing – und warum nichts davon mal schnell geht.

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