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Bloggerschnack 1/2026: Bloggen: Persönlich, aber nicht privat

[Bloggerschnack 1/2026] Was ist deine größte Herausforderung beim Bloggen?

Im Januar 2026 lautet das Thema: „Was ist deine größte Herausforderung beim Bloggen?“ — und ja, ich musste kurz lachen, weil ich sofort mehr als nur eine Antwort parat hatte. Aber es heißt ja: Die größte Herausforderung. Und da wird es schon wieder einfacher, oder?

Über das Monatsthema des Bloggerschnacks habe ich ansatzweise bereits in verschiedenen Blogposts sinniert und ja, es sind diese alten Punkte, die mir natürlich wieder eingefallen sind: Ideenfindung (mit Anspruch), Zeit und damit einhergehend das Energiemanagement. All das sind große Herausforderungen, da Bloggen bei mir parallel zu Buchprojekten und Alltag (inklusive Familie, Haustieren und Job) passiert, und irgendetwas davon fordert immer seine Priorität ein. Auch der Konsistenzdruck spielt eine Rolle: 2025 habe ich mehr Blogposts denn je veröffentlicht, weil ich mich neuen Themen geöffnet habe. Gut, nicht neu – aber für meinen Blog neu. Dennoch sind diese vier Herausforderungen nicht die größte, die ich erlebe.

Was ist der Bloggerschnack?

Für den Bloggerschnack wird jeden Monat ein neues Thema im Bloggerforum Bloghexe festgelegt. Dann hat man einen ganzen Monat Zeit, um dieses Thema auf dem Blog, auf Instagram oder wo man sonst noch als Blogger unterwegs sein kann, zu bearbeiten.

Bloggen: Persönlich, aber nicht privat

Ich mag Texte, die nach Mensch klingen. Und ja: Natürlich steckt hinter meinem Blog eine Person. Aber genau da liegt meine größte Herausforderung beim Bloggen: persönlich, aber nicht privat. Nicht, weil ich geheimnisvoll sein will, sondern weil ich bewusst entscheiden will, was öffentlich sein soll und was auf der anderen Seite mein Leben ist.

„Du musst dich zeigen!“ – Muss ich das wirklich?

Als Autorin hört man es vielerorts: Bau eine Autorenmarke auf. Zeig dich. Zeig dein Leben. Sei sichtbar. Ein Blog soll – genau wie Social Media – dafür ein gutes Medium sein. Ich verstehe, warum dieser Rat so oft gegeben wird, aber für mich funktioniert er anders. Nahbarkeit ist für mich völlig in Ordnung. Sichtbarkeit soll bei mir nicht darüber entstehen, wie viel Privatleben ich preisgebe, sondern über das, was ich tue und teile: Bücher, Einblicke ins Handwerk und auch diese Mehrwertthemen, bei denen ich meine Erfahrungen weitergebe. Das sehe ich tatsächlich ziemlich pragmatisch: Denn wenn Privates der Motor wird, muss man davon oft immer mehr liefern, um interessant zu bleiben, und da greifen dann wieder die anderen Herausforderungen des Bloggens (Zeit- und Energiemanagement, Ideenfindung …). 

Autorenmarke ist für mich ein Buchversprechen, kein Lebenslauf

Mein Verständnis von Autorenmarke ist deutlich unromantischer und für mich dabei weitaus sinnvoller: eine klare Erwartung für Leser:innen. 

Also eher „humorvolle Unterhaltungsromane mit Augenzwinkern“ statt „dauerjammernde und überarbeitete Mutter“. Die Marke soll bei mir aus dem bestehen, was ich liefere: Ton, Themen, Gefühl und Leseerlebnis – nicht aus biografischen Etiketten oder Haustieren. Kurz: Das Buch ist das Produkt – nicht ich. Und der Blog? Er ist ein Schaufenster für diese Werte, hier kann man meinen Ton lesen, meine Themen spüren und entscheiden, ob man dieses Lesegefühl auch in Buchlänge möchte.

Wenn die Person das Produkt ersetzt

Was ich damit vermeiden will: dass am Ende die Person wichtiger wird als der Text. Persönliche Töne dürfen gern mitschwingen, aber im Zentrum meines Blogs als Teil meiner Autorinnenmarke sollen Bücher und Inhalte stehen. Daher darf Privates in meinem Blog (oder auch auf Social Media) gern vorkommen, aber es soll nicht die Grundlage sein, auf der alles steht.

Eine solche Verschiebung kann übrigens auch falsche Signale senden – nicht nur in der Bubble, tatsächlich generell in der Branche. Denn Reichweite ist eine sichtbare Zahl, und klar: Die wird wahrgenommen. Das Schwierige ist nur: Reichweite entsteht oft über Persönliches – über Einblicke, Alltag, vor allem Emotionen und manchmal auch über Drama. Das kann funktionieren, aber es ist eben keine starke Erzählstimme oder ein verlässliches Buchversprechen. Und genau deshalb ist Abgrenzung für mich so wichtig: Ich will, dass der Fokus bei meinen Inhalten und dem Lesegefühl bleibt, nicht bei der Frage, wie viel „mehr von mir“ ich liefern kann.

Meine Grenze: dosiert teilen statt ausstellen

Deshalb ist meine pragmatische Regel: Autorinnenalltag ja, Ausstellen nein. Ich erzähle gern vom Schreiben, von Hintergründen, von Gedanken zum Bloggen und den Büchern – aber ich suche bewusst aus, was in die Öffentlichkeit darf. Und ja, da bleibe ich bei meinem Stil, statt mich in ein Branding-Schema zu pressen, das für andere (angeblich) funktioniert.

Wie handhabt ihr das beim Schreiben?
Wie viel „persönlich“ ist für euch noch angenehm und ab wann kippt es in „zu privat“? Gerade beim Bloggen ist man ja schnell in dieser Grauzone zwischen nahbar und zu nah. Schreibt mir gern: Wo zieht ihr die Linie? Ist das bei euch eine bewusste Entscheidung oder eher so ein „merkt man dann beim Schreiben“-Ding?

Und andersrum interessiert mich das genauso: Wie ist es beim Lesen? Findet ihr persönliche Einblicke spannend, oder gibt es Punkte, wo ihr innerlich aussteigt, weil es euch zu „mittendrin“ ist? Gern auch ohne Details; mich interessiert wirklich vor allem das Bauchgefühl und warum.

Viele Grüße

unterschrift catrina weiss
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Catrina Seiler
Catrina Seiler

Autorin & Bloggerin über Bücher und den ganzen Zirkus drumherum: Lesen, Schreiben, Buchmarketing – und warum nichts davon mal schnell geht.

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2 Antworten

  1. Spannende Fragen, die du aufwirfst!

    Mir geht es beim bloggen ähnlich wie dir: es gibt viele Themen aus meinem Leben, die ich privat halten möchte. Interessant wird das häufig per persönlichen Blogartikeln z.B. zu Zielen. Wenn ich da ganz frei brainstorme, streiche ich hinterher einige Punkt raus, die ich nicht ins Internet stellen möchte. Manchmal auch nur nach Bauchgefühl. Meine Emotionen zeigen, vor allem rund ums Schreiben, finde ich hingegen total okay.

    Einen klaren Widerspruch merke ich zu dem, was ich selbst gerne lese: denn persönliche Einblicke finde ich da sehr interessant. Vor allem, wenn ich schon länger bei jemandem mitlese.

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