Es ist der Fünfte – und damit Zeit für #WMDEDGT. Wofür das steht? Ganz simpel: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Was das ist? Einmal im Monat wird in Blogs nicht groß philosophiert, sondern schlicht notiert, was zwischen Aufstehen und „Es ist schon wieder abends?“ so passiert. Und ja, ich habe bei dieser Aktion noch nie mitgemacht, auch wenn ich im vergangenen Jahr durchaus Anläufe gestartet habe. Aber jedes Mal … egal! 2026 wird alles anders, hier ist die Premiere, auch wenn ich nicht weiß, ob es ohne Geschwurbel klappt: Euer ultimativer Einblick ins spannende Leben einer Autorin!
Kurz nach sechs. Ich habe Urlaub – also theoretisch keine Verpflichtungen, die mich aus dem Bett scheuchen. Praktisch sieht das anders aus: Erstens hat mein Körper offenbar einen Vertrag mit der Frühschicht unterschrieben und hält sich auch dann daran, wenn mein Kalender frei sagt, und zweitens gibt es ja die liebe Familie.
Wie so ziemlich jeden freien Tag wollte ich heute versuchen, in den Morgenstunde meine Kreativität walten zu lassen, denn während andere sich abends schriftstellerisch betätigen, bin ich eher eine Schreiblerche. Leider – ist ziemlich nervig, wenn man eigentlich mehr Output möchte und morgens meist nur genervt wird statt unterstützt („Es ist Mamas Hobby“ – danke auch).
„Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ – kurz WMDEDGT – fragt Frau Brüllen am Fünften eines Monats. Es folgt der Tradition des Tagebuchbloggens, wie man es früher öfter gefunden hat. Im Blog von Frau Brüllen werden die Beiträge gesammelt.
Egal. Auf dem heutigen Plan stand von der langen To-Do-Liste für Januar tatsächlich die Finalisierung der Kurzgeschichte für die aktuelle Ausschreibung des Carpathia Verlags – ihr erinnert euch? Dieses Mal ist das Thema Feuer und zu gern wäre ich wieder Teil dieser Anthologie, weshalb ich unbedingt eine gute Idee brauchte. Und nach Wochen des Überlegens, Nachdenkens, Verlierens einer guten Idee … hatte ich vor zwei Tagen endlich die zündende (*tihihi*) Idee. Gestern habe ich mit dem Schreiben begonnen und die erste Hälfte geschafft. Damit hieß es heute: ranklotzen für den Rest. Na gut, irgendwie hatte sich schon beim Öffnen des Dokuments das übliche Das-wird-wieder-zu-lang-Gefühl eingestellt.
Kurz vor elf Uhr und nach zwei weiteren Kaffee hatte ich es geschafft. Die Geschichte hatte ein Ende, und nur zwei Seiten zu viel. Die Zeit bis zum Mittagessen habe ich dann damit verbracht, redundante Beschreibungen, Füllwörter und unnötig aufblähende Formulierungen zu entfernen und den Text zusammenzukürzen, ohne den Sinn und – noch schlimmer – meine Absicht zu verzerren. Außerdem fehlte ihr immer noch ein Titel, denn die Arbeitstitel Irgendwas mit Feuer, Feuerdings oder Spiel mit dem Feuer taugen zwar für To-Do-Listen, aber definitiv nicht zur Vorlage bei einem Verlag.
Ich habe mich dann dazu entschieden, bei einem kleinen Spaziergang, zu dem ich die Familie verdonnere (und bei dem die Kinder hoffentlich müde werden), darüber nachzudenken. Immerhin wirkt mein Tag bei dieser Aktion dann vielleicht etwas aktiver, ich fröne einem Healthy Lifestyle, den man sich mit dem Jahreswechsel ja sowieso wieder vorgenommen hat, und ich bekomme vielleicht ein, zwei Bilder.
Da wir noch Semmeln von Vorgestern hatten, habe ich mich trotz des Gejammers der Familie nicht erweichen lassen, etwas zu kochen – eine einfache und schnelle Brotzeit musste genügen, das Abendessen wird dann eben warm. Danach gab es noch eine Runde Panettone, war allerdings schon etwas arg mürbe.


Welcher Dämon hat mich geritten, das vorzuschlagen? Vermutlich nicht der aus meiner Geschichte. Es war schweinekalt, trotz Handschuhen und Mütze, außerdem sind die blöden Socken in meinen Winterstiefeln immer nach unten gerutscht. Nein, es hat keinen Spaß gemacht und die Motivation für den anfänglichen Plan von „einmal über die Autobahn, dann der große Bogen und wieder zurück über die Autobahn“ verflog schnell. Wir sind dann quer durch den Wald gelaufen, um beim Weiher zu schauen, wie stabil das Eis ist – ist es nicht, aber mir glaubt keiner.
Am Weiher gab’s dann gleich zwei Gründe, sich gleichzeitig zu wundern und zu ärgern. Erstens: Goldfische. Seit wann gibt es da Goldfische? Die Antwort ist wahrscheinlich so unerquicklich wie naheliegend: weil irgendjemand beschlossen hat, dass Aussetzen eine Form von Tierliebe ist. Als wären Goldfische Deko, die man irgendwann nicht mehr sehen kann und dann eben in den nächsten Waldweiher entlässt.
Und zweitens: Böllerreste im Bachzulauf. Die armen Tiere – am Waldrand wird geböllert, als gäbe es keine Welt außer dem eigenen Krach, und der Müll landet im Wasser.
Es ist so eine Sorte Rücksichtslosigkeit, die vermutlich nicht mal böse gemeint ist. Einfach nur gedankenlos. Aber genau das macht irgendwie noch wütender: Tiere, die sich nicht aussuchen können, wo sie leben. Ein Wald, der eh schon genug leidet und vor allem Menschen, die glauben, Natur sei Kulisse – und die Kulissen räumt ja bekanntlich jemand anderes auf.
Beim Heimweg haben wir dann abgekürzt und na ja – von müde war bei den Kindern nichts zu sehen, eine Idee für einen knackigen Titel habe ich auch nicht, dafür will ich heute noch unbedingt in die Badewanne. Da ist es warm.
Vor dem Spaß kommt die Arbeit. Ich habe noch die Meerschweinchentruppe, die über den Winter im Haus lebt, ausgemistet. Wir haben zwar ganzjährige Aussenhaltung, aber über den Winter holen wir immer ein paar ins Haus (zum Streicheln, ohne den Wechsel von Kalt-Warm).
Während ich ausgemistet habe, kam auch das Lektorat zu meiner Geschichte für die BoD-Anthologie „Magic between the pages“ zurück.
Hilfe. Wieso habe ich gesagt, es gibt am Abend etwas Warmes?
Man sollte wirklich vorsichtig sein mit solchen Ankündigungen. Das klingt immer so, als wäre man eine Person, die ihr Essen plant und nicht jemand, der abends in die Küche schlurft und hofft, dass sich dort ohne viel Aufwand ein Gericht materialisiert.
Eigentlich hatte ich nämlich Großes vor; zumindest in bodenständigen Rahmen. Ich wollte den Pak Choi verarbeiten, den ich mir neulich extra für Thai-Curry gekauft hatte. Der Pak Choi lag jedenfalls im Kühlschrank. Und dann ist es doch etwas anderes geworden: Spaghetti mit Thunfisch-Tomaten-Soße.
Und dann endlich … ab in die Badewanne mit einem Kurzgeschichten-PDF in der KindleApp (Wie das geht, kannst du hier nachlesen).
Nachdem es endlich ruhiger im Haus wurde – der Spaziergang hat null, nada, niente gebracht –, ging es mit dem Handy aufs Sofa. Erst die tägliche Lektion Italienisch mit Duolingo, dann noch eine Folge Hubert ohne Staller (Staffel 12, Episode 3) auf Netflix.
Kaffee-Count: 3
Wörter: ~1400
Schritte: 10953
Und was hast du heute gemacht?
Viele Grüße
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3 Antworten
Klingt doch ganz gut dein Tag.
Ich war arbeiten, mitn Kind kurz aufm Spielplatz, einkaufen, hab gekocht und dann war Schluss.
Ja, war eigentlich ein guter Tag – wenn auch sehr laut.
Hallo Catrina,
Danke für deinen Besuch und Kommentar auf meinem Blog. Da hab ich mich mal zum Gegenbesuch aufgemacht und mich gefreut noch eine Autorenkollegin in die zu finden. DIe Sache mit der nervenden Familie kenne ich auch, wenn die zu Hause ist, wirds schwer miz schreiben, zum Glück sind ab morgen wieder alle ausgeflogen.
Und das mit dem Gericht materialisieren in der Küche, kenne ich nur zu gut, das wünsche ich mir auch immer. Meine Version der Sache: Ich verdonnere den Rest der Familie zum Kochen und drücke mich so oft als möglich.
Und hey Thunfisch-Tomatensauce gabs auch bei uns gestern. Da hatten wir wohl wirklich Glockengleichklang.
Danke fürs Mithineinnehmen in deinen Tag. Das war spannend und nett zu lesen.
Und viel Erfolg bei den EInreichungen für die Wettbewerbe.
Liebe Grüße Martina aus der Kreativen Schreiberei