Am 16. März erscheint mein neues Buch: Rückwärts nach vorn. Diesmal ist es kein Fantasyroman, keine Feen, keine Magie, sondern ein Roadtrip mit altem Wohnmobil, einer eigensinniger Katze, ziemlich unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben und der unangenehmen Erkenntnis, dass man seine Vergangenheit nicht immer einfach hinter sich lassen kann.
Rückwärts nach vorn war ursprünglich als Zwischenprojekt gedacht. Also als die Art Buch, bei der man sich einredet: Ach, das mache ich mal eben zwischendurch, bis ich mich endlich dazu aufraffe, das nächste GLYN-Buch zu schreiben. Wie überraschend: Ganz so mal eben nebenbei war es dann natürlich nicht. Dafür war es ein Projekt, bei dem ich mehr geplant habe als bei manchem anderen Text davor. Also – noch mehr. Ich habe mir sehr genau überlegt, was ich eigentlich schreiben will, wie die Geschichte aufgebaut ist und welche Dinge ich diesmal bewusst anders oder besser machen möchte, um mögliche Leerläufe (manche Leute nennen es die berühmte Schreibblockade) zu vermeiden.
Was soll ich sagen? Das hat sehr gut geklappt.
Ich bin zwar doch um einige Kapitel von der anfangs geplanten Kapitelzahl abgewichen, aber das Buch war im Grunde schnell runtergerockt.
Und was liegt da näher, als es auch mal dem Verlag vorzustellen? Es wäre sogar genommen worden – allerdings mit Änderungen. Genauer gesagt: mit der Vorgabe, die Geschichte komplett in Norddeutschland zu verorten. Das ist aus Verlagssicht auch nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber für mich war klar, dass ich genau das nicht will. Irgendwann ist man an dem Punkt, an dem man sich entscheiden muss, ob man etwas passend macht oder ob man das Buch so lässt, wie es eigentlich gemeint war. Ich habe mich in diesem Fall für Letzteres entschieden und für den Verlag ein anderes Projekt ausgearbeitet – mit der gleichen Herangehensweise (man muss ja verifizieren, dass es auch beim zweiten Mal funktioniert).
Das Cover wurde wie beim Troll von Melisande entworfen und das war fast eine schwerere Geburt als der Text. Erst gab es von mir die Idee für ein ziemlich sauberes Motiv in zwei Farbnuancen – und ehrlich gesagt: Das sah schon ziemlich gut aus. Dann kam allerdings der etwas unromantische, aber wichtige Gedanke dazu, wie es auf die anvisierte Zielgruppe wohl wirkt und da … ja, da kamen dann die Zweifel. Hie und da eine dritte Meinung eingeholt, die die Zweifel bestätigte, und so hat sich Melisande hingesetzt und in ziemlich aufwändiger Kleinarbeit die Katze und die Ziege mit vielen Farben statt nur Schattierungen gemalt. Daraus entstand schließlich das Cover.
Es passt auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so sehr zu dem, was man von mir erwartet, aber irgendwann muss man schließlich auch mal (unbequeme) Entscheidungen treffen und nicht bis zur Rente über Farbkonzepte diskutieren. Vielleicht gibt es das andere Cover ja irgendwann mal als Special-Edition?
Im Mittelpunkt steht mit Jule eine Protagonistin, die ganz sicher nicht dafür geschrieben wurde, es allen recht zu machen. Sie hat ihren eigenen Willen und trifft nicht immer die bequemsten Entscheidungen. Genau solche Figuren interessieren mich aber. Diese glatt polierten Everybody-Darlings, die immer genau die richtige Mischung aus schlagfertig, liebenswert und möglichst konfliktfrei mitbringen, sind einfach nicht mein Ding. Gleichzeitig wollte ich aber auch keine dieser angeblich starken Heldinnen schreiben, die in Wahrheit vor allem anstrengend oder zum Fremdschämen inszeniert sind. Jule sollte kein Statement auf zwei Beinen sein, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten, Haltung und der Fähigkeit, anderen gelegentlich auf die Nerven zu gehen – was, seien wir ehrlich, deutlich lebensnäher ist.
Und dann ist da natürlich noch Timo. Im Gegensatz zu Jule ist er deutlich gesetzter, ruhiger und wirkt erst einmal wie der vernünftigere Part dieser ganzen Unternehmung. Was nicht heißt, dass bei ihm alles vorhersehbar wäre. Er hat durchaus seine Eigenheiten – und einige davon nerven Jule durchaus. Dazu kommt seine Katze, die er überall mitnimmt, als wäre das die normalste Sache der Welt. Vom klassischen Emotional-Support-Tier merkt man bei ihr allerdings wenig. Sie ist vor allem einfach immer da, hat ihren eigenen Kopf und trägt nicht wirklich dazu bei, dass Jule sich in seiner Nähe wohlfühlen kann.
Eigentlich wollte Jule nur das alte Wohnmobil ihres Vaters verkaufen und endlich einen Schlussstrich ziehen. Doch schneller, als ihr lieb ist, sitzt sie mit Käufer Timo und seiner eigensinnigen Katze in dem klapprigen Bus und landet auf einem Roadtrip voller Katzenhaare, Dieselgeruch und Diskussionen über kulinarische Grundsatzfragen. Zwischen Umwegen und alten Geschichten merkt Jule, dass man manchmal genau dort ankommt, wo man nie hinwollte und es sich trotzdem verdammt richtig anfühlt.
Das Buch erscheint pünktlich vor der Leipziger Buchmesse (damit es auch wirklich gut untergeht, immerhin habe ich bisher null, nada, niente Marketing gemacht). Das Taschenbuch folgt in den kommenden Wochen – aktuell warte ich noch auf den ersten Probedruck und hoffe sehr, dass es diesmal nicht wieder in einer kleinen Serie ausartet. Wenn du also Lust auf einen Roadtrip-Roman mit Ecken, Umwegen, Katzenhaaren und Figuren hast, die nicht geschniegelt durchs Leben laufen, findest du das Buch hier:
Viele Grüße
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